Blacksoul

BlacksoulAdam Reed, der berüchtigte Captain Blacksoul, sinnt nur auf eines: Rache an dem Mann zu nehmen, der ihn einst an Leib und Seele gezeichnet hat. Getrieben davon durchkreuzt er auf der Suche nach Vergeltung die Meere.

Als Josephine Legrand in Blacksouls Hände fällt, verspürt sie nichts als Angst. Doch der unnahbare Pirat stürzt seine Gefangene schon bald in ein Meer der Gefühle, denn trotz ihrer Furcht weckt er eine Sehnsucht in ihr, die sie den Kampf um sein Herz aufnehmen lässt. Wird es der Französin im Sog aus Leidenschaft und Verlangen gelingen, die Ketten um Blacksouls Herz zu sprengen und ihn die Schrecken der Vergangenheit vergessen zu lassen?

Wird sie die Liebe finden – in den Armen des Piraten?

Historischer Liebesroman, 242 Seiten      

 

Wer historische Liebesromane liebt, ist hier goldrichtig. 5 Sterne – Kerstin, Rezension bei Amazon

 

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eBook:
ASIN: B007XJA0C4
ISBN 13: 978-3845007274

Taschenbuch:
ISBN 13: 978-3735731289

Auszug aus Kapitel 8

Es war eine sternenklare Nacht, die weißen Segel der Deathwhisper blähten sich im Wind, und die Geräusche des Schiffes kamen ihr nach der Stille in der Kabine unnatürlich laut vor. Da Adam sie erwartungsvoll ansah, schlenderte sie zur Reling.

„Willst du dich von Bord stürzen?“

„Vielleicht“, antwortete sie scherzhaft.

Adam sah sich um. Nur wenige seiner Männer taten um diese Uhrzeit noch Dienst, und die Dunkelheit tat ihr Übriges, Josies Anwesenheit an Deck zu verbergen. Dennoch fühlte er sich unwohl. In seiner Gesellschaft würde es niemand wagen, ihr etwas anzutun, aber er beging sicher nicht den Fehler, seinen Männern blind zu vertrauen.

Josie stütze die Arme auf die Reling und ließ ihren Blick über die unendliche Weite des Atlantiks schweifen. Das Mondlicht verwandelte die weiße Gischt der Wellen in diamantene Schaumkronen. Wie dunkelblauer Samt umspielte das Meer den Schiffskörper. Mit einem genussvollen Stöhnen sog Josie die kühle, berauschende Nachtluft ein. Es war wundervoll. Sie schloss die Augen und lehnte sich gegen die Reling. Spürte die sanften Bewegungen des Schiffes, lauschte auf das Schwappen der Wellen und das Knarzen der Segel.

Adam konnte seinen Blick nicht von der Frau neben sich lösen. Wie eine mystische Galionsfigur reckte sie den Kopf gen Himmel. Sie war in silbernes Mondlicht getaucht, und ihre Laute der Verzückung klangen wie der verzauberte Gesang der Sirenen, die mit ihren Stimmen die Seeleute ins Verderben lockten. Und wenn er sie so ansah, musste er bekennen, ihr bereits verfallen zu sein. Alles in ihm brannte darauf, sie bis zur Besinnungslosigkeit zu küssen. Er begehrte die junge Französin mit solcher Macht, dass seine Knöchel weiß hervortraten, weil er sich so fest an die Brüstung klammerte, um Josie nicht in seine Arme zu reißen.

„Merci. Adam, ich danke Euch. Es ist wundervoll, hier unter den Sternen zu stehen“, flüsterte sie.

Als sie ihn anlächelte, war er verloren. Er umschlang sie mit seinen Armen und zog sie an sich. Mit einem Laut der Verzweiflung presste er seine Lippen auf ihren Mund und grub seine Hände in ihr lockiges Haar.

Josie schwindelte. Vor Überraschung vollkommen reglos, lag sie in seinen Armen, während seine Zunge neckend ihren Mund plünderte. Sie erzitterte unter dem Ansturm ihrer eigenen Gefühle. Fiebrige Hitze breitete sich in ihrem Leib aus, machte sie unruhig, und, wie von Geisterhand gelenkt, bog sie sich ihm entgegen.

Adam bemerkte die Veränderung, reagierte mit beinahe körperlichen Schmerzen auf ihre Kapitulation. Er zog sie noch näher an sich, ließ sie seine Erregung spüren. Eine Hand wanderte hinunter bis zu ihrer verlockenden, in Felipes enger Hose steckenden Kehrseite, die ihn schon seit Tagen beinahe den Verstand kostete. Als Josie unter seiner Berührung erbebte, wurde ihm klar, was er tat. Und, was noch schlimmer war, was er wünschte zu tun. Im Geiste sah er sich ihre Schenkel spreizen und sich an ihrer Süße laben. Sah sie unter seiner Berührung vor Begierde erzittern, wenn er dann endlich in sie eindringen und sie mit jedem seiner harten Stöße ausfüllen würde. Mit beinahe übermenschlicher Selbstbeherrschung schob er die junge Frau von sich und entließ sie widerstrebend aus seiner Umarmung. Trotz der Dunkelheit konnte er ihre geröteten Wangen und ihre von seinen Küssen feuchten Lippen deutlich erkennen. Ein schmerzhaftes Ziehen ging durch seine verräterischen Lenden. „Verflucht!“ Er kehrte ihrem aufgelösten Antlitz den Rücken zu, denn sonst hätte er dem Drang, sie erneut in seine Arme zu reißen, nicht widerstehen können. „Geh in die Kabine!“

„Aber, pourpuoi …?“ Josies Herz raste. Ihre Lippen schmeckten nach seinen Küssen, und das Echo seiner Berührung hallte durch ihren Körper. So plötzlich dieser köstlichen Nähe beraubt, fröstelte sie, und sein Verhalten irritierte sie.

„Nichts aber!“, brüllte er sie an. „Wenn du nicht sofort verschwindest, dann …“ Adam ließ den Satz unvollendet und schleifte sie zurück zu seiner Kabine. Josie jedoch weigerte sich, durch die Tür, die er ihr aufhielt, zu treten. An seiner Schläfe pochte eine Ader, und er hielt die Fäuste geballt.

„Was soll das? Warum tut Ihr das? Je, … tu … was da eben …“, stammelte Josie.

„Geh! Ich warne dich.“ Er schloss die Augen, als könne er ihren Anblick nicht länger ertragen. „Geh jetzt.“

„Aber, Adam. Bitte, lasst mich doch …“ Josie wollte nicht zurück in die Kabine. Sie hatte zwar Angst vor den Gefühlen, die er mit seinem Kuss in ihr geweckt hatte, aber wenigstens hatte sie sich wieder lebendig gefühlt. Eingeschlossen in seinem Refugium, kam sie sich hingegen schon wie lebendig begraben vor.

Ungeduldig wirbelte er sie herum und stieß sie mit dem Rücken gegen den Türrahmen. Mit zusammengebissenen Zähnen knurrte er sie an: „Wenn du nur noch eine Sekunde hier stehst, dann schwöre ich, mache ich dich zu meiner Mätresse! Und Bei Gott!, es wäre mir das größte Vergnügen!“

Josie sah, dass es ihm ernst damit war, und riss sich erschrocken los. Als er die Tür mit einem lauten Knall hinter ihr zuschlug, zitterten ihr die Knie, und sie hatte Mühe, bis zum Sessel zu kommen. Oh ja, dieser Mann war zerrissen, wie sein Gesicht! Er war wie Tag und Nacht, wie heiß und kalt, Liebe und Hass! Sie presste sich eines der Kissen an die Brust und weinte. Was war nur mit ihr passiert? Die plötzliche Leere, die nun von ihr Besitz ergriff, war fast noch schlimmer, als das heiße Pulsieren zwischen ihren Schenkeln, welches sein ungestümer Kuss entfacht hatte. Wie hatte ihr so geordnetes, sicheres Leben sich in kurzer Zeit nur so verändern können? Ein mordender Pirat hatte sie eben geküsst, ihren Körper erkundet und angedroht, sie zu seiner Mätresse zu machen! Wie konnte er es überhaupt wagen? Natürlich war ihr Ruf ruiniert, darüber war sie sich längst im Klaren. Niemand, der davon erfuhr, dass sie unzählige Tage auf einem Schiff mit Piraten zugebracht hatte, würde sie mehr heiraten wollen. Ihre Aussichten auf eine gute Partie waren dahin. Aber das bedeutete noch lange nicht, dass sie sich damit zufriedengeben würde, die Mätresse eines Mannes zu spielen, bis dieser sein Verlangen gestillt hatte und zur Nächsten weiterzog. Auch nicht, wenn es bedeutete, dass ihr eigenes, eben zum Leben erwachtes Verlangen ungestillt bleiben musste. Nein, niemals würde sie Blacksouls Mätresse werden! Und sie würde ihn nie wieder Adam nennen! Es hatte sich heute deutlich gezeigt, dass Adam im Zweikampf den niederen Gelüsten von Blacksoul unterlegen war.

Mit einem ängstlichen Blick auf die Tür verkroch sich Josie schließlich in ihr Bett.