Wow, was für ein turbulentes Jahr 2011. Für mich. Für Euch. Für das eBook. Der „Durchbruch“ kam kurz vor Weihnachten, als Amazons aggressive Werbung den Kindle zum meistverkauften Artikel machte und das eBook der breiten Masse, die bis dahin kein oder nur wenig Interesse an eReadern hatte, zugänglich machte. Die eBook-Verkäufe schossen im Dezember und Januar förmlich durch die Decke und pendeln sich jetzt auf einem im Vergleich zum Vorjahr hohen Niveau ein. Was auffällt: im Kindle-Store gibt es mittlerweile eine Unmenge an Kurzgeschichten oder knappgehaltenen Romanen mit unter 25000 Wörtern – wird das der Lesetrend 2012? Der Kindle als „Zwischendurch-Leseerlebnis“, im Bus, in der Bahn, unterwegs? Um dann für umfangreichere Werke wieder zum guten, alten „Holzbuch“ zu greifen?
Vielleicht.
Die eine oder andere Stimme sagt etwas völlig anderes voraus: Die Reader werden auf kurz oder lang doch durch Tablets ersetzt, die schlicht und ergreifend „mehr“ können, als ihre kleinen Brüder. Angefangen von der Videowiedergabe bis hin zum Surfen im Internet, Mails empfangen, Twittern usw. – und das Ganze zum Schnäppchenpreis von 199$ – für Amazons neuen Star, den Kindle Fire (der in Deutschland vermutlich 199€ kosten wird). Im Vergleich zum Kindle 4, der immerhin auch für 99€ über die virtuelle Ladentheke geht, sicherlich eine gute, alternative Wahl.
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„Halt!“, werden jetzt viele aufschreien – ein Tablet kann doch keinen eReader, der mit dem genialen, spiegelfreien E-ink-Display einherkommt, ersetzen! Richtig, das kann ein Tablet (noch) nicht. Die Behelfslösungen mit Anti-Glare Folien lassen wir unter den Tisch fallen, da die Touch-Bedienbarkeit erheblich darunter leidet. Aber vielleicht entwickelt sich das digitale Buch in eine andere, eine multimedialere Richtung, die momentan nur mit einem Tablet wiedergegeben werden kann. Die ersten Versuche dieser Art mit „Enhanced eBooks“ wurden eher zurückhaltend aufgenommen, da teuer und ohne echten Mehrwert für den Leser.
Amazon hat mit Einführung des neuen Formats KF8 einen ersten Schritt in diese Richtung getan. Mehr Layout-Optionen, Tabellen, Sidebars oder die Anzeige von Vektorgrafiken werden damit möglich. Besonders design- und layoutabhängige Publikationen, wie Kinderbücher oder Comics könnten vom neuen Format profitieren. Es liegt an den Autoren bzw. Verlagen, diese neuen Möglichkeiten in ihren Publikationen zu nutzen.
Apple geht mit iBooks-Author noch einen Schritt weiter. Optimal an die Möglichkeiten des iPads angepasst, ermöglich das Programm die intuitive Erstellung von multimedial angereicherten Publikationen, die neben dem eigentlichen Text Content in Form von Videos, Audio, Bild und Animation sowie HTML5-Code beinhalten können – und dennoch im Ganzen ein „Buch“ ergeben. Nur eben „Enhanced“. Optisch – wenn gut gemacht – kann so ein „Buch“ durchaus ein Leckerbissen sein. Ersetzt es mir aber meine Lektüren abends auf dem Sofa oder im Bett?
Gute Frage, wie geht es Euch?
Vielleicht schafft es auch der „Illustrated Content“, also Comics, Mangas oder Gaphic Novels, sich im Massenmarkt durchzusetzen. Sucht man im deutschen Kindle-Store findet man aktuell gerade mal 231 Mangas & Comics. Wen wundert´s? Auf dem Kindle macht ein Manga einfach wenig her in Grautönen. Punkt. Für den Fire oder das iPad hingegen sind diese „Bücher“ perfekt.
Geht vielleicht der Trend in eine ganz andere Richtung? Das Buch als App? Was meint ihr? Wie sieht Eure Zukunft des digitalen Lesens aus?
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