Mitternachtsfalke

MitternachtsfalkeDrew Warring staunt nicht schlecht, als ihm bei der Jagd nach dem Mitternachtsfalken statt des Schmugglers die junge und widerspenstige Julia in die Hände fällt. Doch er ist nicht der Einzige, der hinter dem Falken her ist; auch Julias Verlobter Gregory kann das ausgesetzte Kopfgeld gut gebrauchen.

Inmitten dieser Jagd entfacht Drew in Julias Herz ein unbändiges Feuer der Leidenschaft. Aber unter dem Verdacht, selbst der Mitternachtsfalke zu sein, sieht es nicht so aus, als könne er das gefährliche Spiel um Intrigen, Verrat und Leidenschaft gewinnen…

 

 

 

 

 

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Auszug aus Kapitel 8

„Ich werde tun, was Ihr verlangt, aber bitte, …“

„So so, na dann …“, raunte Drew, knöpfte sein Hemd Stück für Stück auf und ging auf Julia zu.

„Bitte nicht! Bitte, ich …“ Alle Farbe wich aus ihrem Gesicht. So hatte sie das doch nicht gemeint! Oh Gott, was sollte sie tun? Wie konnte sie sich retten? Hier gab es nichts, was sie als Waffe verwenden konnte, doch sie würde sich ganz sicher nicht kampflos ergeben. Sie war hin und her gerissen zwischen dem Wunsch die Augen fest vor dem, was kommen mochte zu verschließen, und dem Verlangen, den muskulösen Körper vor sich genau zu betrachten. Stück für Stück legte der Mann seinen Oberkörper frei. Insgeheim war Julia angetan von dem Bild, das sich ihr bot. Seine Haut glänzte bronzen und die gestählte Brust versprach Stärke. Schließlich glitt das Hemd zu Boden und Julia riss erschrocken die Augen auf. Oh Gott, was war nur mit ihr los. Anstelle ihren Peiniger anzugreifen oder nach einem Fluchtweg zu suchen, saß sie nur da und starrte ihn an. Es mochte ja durchaus sein, dass ihr noch nie zuvor ein Mann begegnet war, der über eine so rohe, kraftvolle Ausstrahlung verfügte, aber was er mit ihr vorhatte, würde sie dennoch nicht zulassen. Sie war entschlossen, ihre Unschuld mit aller Kraft zu verteidigen.

Drew grinste sie breit an und deutete auf den blutgetränkten Verband, der um seine Schulter verlief.

„Hier Schätzchen. Vorerst genügt es mir, dass du die Kugel rausholst.“

Erleichtert atmete Julia aus. Er hatte nicht vor, sie zu schänden. Trotzdem war sie entrüstet darüber, dass er sie ganz bewusst mit seinem Verhalten getäuscht hatte.

„Und warum sollte ich Euch nicht einfach an der Kugel sterben lassen?“, fragte sie daher frech.

Drew kniete sich neben seine Gefangene und hob ihr Kinn mit seinem Revolver an.

„Ganz einfach: Es würde Tage oder Wochen dauern, bis ich eventuell an dieser Verletzung sterben würde. Und da könnte ich auf den Gedanken kommen, mir meine letzten Lebtage dadurch zu versüßen, dass ich meine Gefangene verführe.“

„Ha, ich würde mich niemals von Euch verführen lassen.“

„Vorsicht Schätzchen, fordere mich lieber nicht heraus“, drohte Drew, der soeben bemerkte, dass ihm der Whiskey ganz schön die Sinne benebelte. Oder warum ließ er sich überhaupt auf so ein Geplänkel mit diesem Weib ein.

„Das hat doch mit herausfordern nichts zu tun! Ihr könnt mich vielleicht mit Gewalt nehmen, aber verführen werdet Ihr mich niemals!“, schwor Julia.

„Ach ja? Nun, wie gut, dass ich auch gar nicht das Verlangen verspüre, eine Dirne wie dich zu verführen. Hätten wir das damit nun endlich geklärt? Ich will die Kugel loswerden und du wirst mir dabei helfen! Kapiert? Und keine krummen Dinger, sonst gibt es Ärger!“

Der Schmerz war wieder stärker geworden und Drews Ungeduld wuchs. Das konnte auch Julia erkennen, und obwohl sie gerne noch Widerspruch eingelegt hätte, was die Dirne anging, so gab sie sich doch lieber fügsam.

„Ist ja gut, dann zeigt mir doch endlich Eure Schulter, damit ich sehen kann, was zu tun ist.“

Die herausfordernden Blicke welche die beiden wechselten zeigten deutlich, dass ein Waffenstillstand noch lange auf sich warten lassen würde. Trotzdem nickte Drew und drehte Julia seine Schulter zu. Sie zog sich erneut die Decke bis unters Kinn und löste dann mit zitternden Fingern den angetrockneten Verband. Frisches Blut sickerte aus der Wunde.

„Hm, das sieht böse aus“, murmelte sie.

„Das weiß ich selbst!“

Julia fasste ihr Haar im Nacken zusammen und flocht es zügig zu einem losen Zopf. „Ich will Euch helfen. Da könntet Ihr wenigstens aufhören mich so grob zu behandeln“, verlangte sie.

„Na los Schätzchen, mach endlich!“, ignorierte er sie.

„Und nennt mich gefälligst nicht dauernd Schätzchen!“ Julia spreizte mit ihren Fingerspitzen die Wunde auf. Die Kugel hatte sich tief in sein Fleisch gegraben. Ihre Finger zitterten. Seine Haut war glatt und weich unter ihrer Hand. Ihr wurde ganz heiß, als sie eine Strähne seines schwarzen Haares berührte. „Nennt mich Julia und gebt mir ein Messer“, forderte sie.

Drew nahm einen weiteren großzügigen Schluck.

„Also Julia Schätzchen, glaubst du allen Ernstes, ich gebe dir ein Messer?“

„Herrgott noch mal! Was wollt ihr eigentlich?“ Julia hatte keine Nerven für so etwas! Noch immer richtete er drohend die Pistole auf sie und sagte mit keinem Wort, was er mit ihr vorhatte. Ihre eigenen Gefühle verwirrten sie – schwebten irgendwo zwischen Furcht und Faszination – und dann wollte er auch noch ihre Hilfe. Sollte sie die Kugel vielleicht herauszaubern? „Gebt mir ein Messer oder lasst es! Aber dann kann ich nichts für Euch tun!“

Drew konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Seine temperamentvolle Gefangene hatte anscheinend nicht bemerkt, dass die Decke verrutscht war und kaum mehr etwas verhüllte. Na gut, wenn er schon sterben musste, dann wenigstens mit diesem letzten Bild vor Augen. Immer noch grinsend steckte er den Revolver weg und reichte ihr das Messer. Dabei löste er nicht einmal den Blick von der einladenden Verschnürung am Halsausschnitt ihres Nachtgewandes. Er würde nur kurz daran ziehen müssen, und der dünne Stoff würde beiseite rutschen und den Blick auf ihre Brüste freigeben. Ihm entrang sich ein Stöhnen.

„Entschuldigung,“, murmelte Julia, die den Laut auf ihre Behandlung zurückführte. Ebenso geschickt, wie sie die schönsten Blüten auf ein Leinen zu sticken vermochte, machte sie sich nun daran, die Kugel zu entfernen. Die saß tief im Muskel, und es würde ihrem Patienten mit Sicherheit starke Schmerzen bereiten, sie herauszuholen. „So, gleich habe ich es geschafft. Geht es noch?“, fragte sie vorsichtig. Auf Drews Stirn stand der Schweiß und sein Kiefer zuckte.

„Mach’ einfach!“, presste er hervor.

Julia, die plötzlich Mitgefühl für ihren Entführer empfand, versuchte ihn durch ein Gespräch abzulenken. „Da Ihr ja nun schon meinen Namen kennt, wollt Ihr mir nicht verraten, mit wem ich nun meinerseits das Vergnügen habe?“

„Drew. Drew Warring, aber ich fürchte, du wirst mit mir kein Vergnügen haben.“

„Oh, das würde ich so nicht sagen. Vielleicht bereitet es mir ja schon Vergnügen, mit einem Messer in Eurer Schulter herumzustochern“, neckte sie ihn. Obwohl Julia das Herz noch immer bis zum Hals schlug, gewann nun wieder ihre Impulsivität die Oberhand. Mit einem letzten vorsichtigen Schnitt beendete sie ihre Behandlung und die Kugel ließ sich entfernen. Bevor Drew widersprechen konnte, riss sie ihm den Whiskey aus der Hand und goss den letzten Schluck auf die Wunde. Der Alkohol brannte heiß in seiner Schulter und sein ganzer Körper schien nur noch aus Schmerz zu bestehen. Wütend warf er sich auf Julia, entriss ihr das Messer und drückte sie mit seinem Körper gegen die Wand.

„Was soll das? Ich habe dir doch gesagt – keine Spielchen!“, schrie er. Julia erstarrte. Drews Brust war unnachgiebig wie Marmor und sein Atem strich heiß über ihr Gesicht. Die Decke war ihr bis auf die Beine hinabgerutscht und nur der dünne Stoff ihres Hemdchens trennte ihre Körper. Rittlings saß er auf ihr, sein gesunder Arm hielt ihre Hände über dem Kopf gefangen, während er in der anderen Hand noch immer das Messer hielt. Noch nie in ihrem Leben war Julia einem Mann so nahe gewesen und zu ihrer größten Schande, reagierte ihr unerfahrener Körper auf ihn. Ihre Brustwarzen spannten sich gegen das Leinen und ihr Atem ging schneller. Drew entging diese Reaktion nicht. Schlagartig war seine Wut verflogen. Noch immer brannte der Whiskey in seiner Schulter und verlangte nach Vergeltung. Mit großem Genuss ließ er deshalb die Messerspitze zu den Bändern an ihrem Halsausschnitt gleiten. Wie gut sie duftete. Ihrer Haut entstieg ein leichter Hauch von Veilchen. Gebannt ging er näher heran und atmete tief ihren unvergleichlichen Geruch ein. „Also Schätzchen, du hast gesagt, du hattest dein Vergnügen bereits. Dann wollen wir doch mal für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen, oder was meinst du?“ Drews Blick hing an ihren bebenden Lippen und der pochende Schmerz seiner Schulter hatte sich definitiv in südlichere Gefilde verlagert.

„Drew bitte, …“, flehte Julias atemlos. Die Schamesröte hatte mittlerweile ihr ganzes Gesicht erhitzt und die Angst, er könne sie hier und jetzt entkleiden, setzten auch ihren restlichen Körper in Brand. Oder warum war ihr so heiß?

„Du flehst mich jetzt bereits an? Hast du nicht behauptet, ich würde dich niemals verführen? Ich könnte dich nur mit Gewalt bekommen?“, seine Stimme war heiser, sein Ton schroff und verächtlich, als er mit einem Ruck, die Schnürung durchschnitt und der leichte Stoff bis zu Julias Bauchnabel hinabglitt. Panisch versuchte sie sich zu befreien, doch sein Griff war fest wie ein Schraubstock.

„Nein, bitte, nein …,“

„Scht, wenn du dich weiter so unter mir windest, dann garantiere ich für nichts mehr“, hauchte er ihr ins Ohr, wobei er es nicht lassen konnte, ihr Ohrläppchen anzuknabbern. „Ich werde dir nichts tun, aber du hättest mich lieber nicht herausfordern sollen. Ein bisschen Strafe muss sein Schätzchen“, murmelte er an ihrem Hals. Julia schluchzte und zitterte vor Angst. Drew hielt noch immer ihre Hände fest, doch er ließ ihr nun etwas mehr Luft. Genüsslich ließ er seinen Blick über ihren Körper wandern. Eigentlich wollte er es gar nicht so weit treiben, doch ihre dreiste Art reizten ihn auf unerklärliche Weise zu diesem Verhalten. Eine Schmugglerbraut, der bei jeder Gelegenheit die Schamesröte in die Wangen schoss. Das hatte er wirklich nicht erwartet, als er sich auf die Jagd nach dem Falken gemacht hatte. Umso mehr genoss er diesen Moment. Ihre festen Brüste reckten sich ihm entgegen, rosige Spitzen auf alabasterweißer Haut. Er leckte sich die Lippen und holte tief Luft. Dann blies er ihr seinen Atem vom Kinn über das Schlüsselbein zur Kehle. Julia erstarrte. Alle Härchen ihres Körpers richteten sich auf. Drew grinste, ehe er erneut einatmete. Er blies nun genüsslich Kreise um ihre Brust. Kreise, die bei jeder Umrundung kleiner wurden. Julia wimmerte. Ihre Welt war aus den Fugen geraten. Drews heißer Atem auf ihrer Haut war die reinste Folter. Wohlige Schauer durchzuckten sie, und ihre Brüste spannten sich unter dieser zarten Behandlung an. Noch nie hatte sie etwas derartiges empfunden, oder sich auch nur vorzustellen vermocht, dass ein Mann so etwas mit ihrem Körper anstellen könnte. Sie wusste, sie musste sich zur Wehr setzen, doch die Intensität dieses neuen Gefühls ließ sie innehalten. Drew, der selbst um Beherrschung rang, seit sich Julias Brustwarzen ihm so verführerisch entgegen reckten, senkte erneut den Kopf an ihr Ohr. Seine Zunge zeichnete ihre Ohrmuschel nach und sein nackter Oberkörper, strich dabei über ihre Brüste. Sie stöhnte und konnte nicht anders, als sich gegen ihn zu pressen.

„Tja Schätzchen, ich will ja nicht fies sein, aber ich gehe davon aus, dass wenn ich dich jetzt haben wollen würde, ich dich auch bekäme! Und zwar ohne Gewalt!“ Damit zog er sie ein letztes Mal an sich, um ihr einen groben Kuss auf die Lippen zu drücken, ehe er einfach aufstand und aus der Höhle marschierte.

Was? Julia zitterte am ganzen Leib und ihr Herz hämmerte wild in ihrer Brust. Sie brauchte einige Augenblicke, um zu begreifen, was eben passiert war. Als sie endlich ihre Fassung wiedererlangt hatte, zog sie ihr ruiniertes Nachthemd nach oben und wickelte sich fest in die Decke. Wütend wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht. Warum weinte sie? Weil dieser ungeheuerliche Mistkerl ihr Gewalt angetan hatte? Weil er sie gedemütigt hatte? Oder weil er diese herrlichen Gefühle in ihr wachgerufen hatte, nur um sich an ihr zu rächen? Oh, wie sie diesen Mann hasste! Ihn und seine verfluchten grünen Augen, die ihr den Verstand geraubt hatten. Warum hatte sie sich nicht stärker gegen diese abscheuliche Behandlung gewehrt? Warum hatte ihr Körper so auf diesen Schuft reagiert? Voller Wut auf sich selbst zerrte Julia erneut an ihren Fußfesseln. Sie musste hier weg! Sie konnte unter keinen Umständen auch nur eine Sekunde länger die Gegenwart dieses Scheusals ertragen!