The Curse-Vanoras Fluch

TheCurseE in Jahrhunderte alter Fluch, ein geheimnisvolles Amulett und eine junge Liebe, die eine längst erloschene Blutfehde neu entfacht …

Die Außenseiterin Samantha findet im Nachlass ihrer Großmutter ein altes Amulett. Wenig später führt ein Schüleraustausch die Siebzehnjährige nach Schottland. Kaum bei ihrer Gastfamilie angekommen, wird sie bereits von den Sagen und Mythen des Landes in den Bann gezogen. Als sie dann auch noch den attraktiven Schotten Payton kennenlernt, gerät ihre Welt vollends aus der Bahn. Der mysteriöse Highlander erobert Sams Herz im Sturm. Im Strudel der Gefühle bemerkt sie nicht, in welcher Gefahr sie schwebt, denn was sie nicht ahnt: Paytons Vergangenheit birgt ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis, das die Schicksale ihrer beider Familien seit Jahrhunderten untrennbar miteinander verbindet und welches nun auch Sam in Lebensgefahr bringt …

Die Fortsetzung “The Curse – Im Schatten der Schwestern” ist im September 2012 erschienen.

All-Age Romantasy, 384 Seiten      

 

Besuche Payton und Sam im Web: thecurse.de

 

…der Roman entwickelt einen gewaltigen Lesesog, dem man sich nicht entziehen kann. Unbedingt lesen! – Manjas Buchregal

 

Amazon | Weltbild | Thalia |Buecher.de | iTunes | Kobo und in vielen weiteren Shops.

Auszug aus Kapitel 4

 

Ein Stück hinter dem Souvenirshop spannte sich ein gewaltiges Viadukt von einem Berghang zur anderen Seite des Tals. Ich kannte das Bauwerk, denn im Shop konnte man Poster kaufen, auf denen der Hogwarts-Express Harry Potter über eben diese Brücke beförderte. Paytons Angebot hätte aber auch ohne eine weitere Sehenswürdigkeit seinen Reiz gehabt. Einfach nur deshalb, weil ich damit noch etwas Zeit mit ihm haben würde.

„Klingt super.“ Sofort stand ich auf, und auch er erhob sich schnell, noch ehe ich ihm hilfreich die Hand entgegenstrecken konnte.

„Du solltest zuvor aber noch etwas essen“, stellte er fest.

„Essen?“

„Ja, oder hast du deinen Schwächeanfall von eben schon wieder vergessen?“

„Oh, ja, ach so, der Schwächeanfall, klar. Ja, essen klingt gut.“

Wir schlenderten nebeneinander zurück zum Souvenirshop, und Payton besorgte mir eine Portion Pommes und eine große Limo. Kauend saßen wir an einem der kleinen Bistrotische. Eine Frau aus meiner Reisegruppe warf einen skeptischen Blick zu uns herüber, ehe sie sich tuschelnd zu ihrer Nachbarin umdrehte. Ob sie mir meine durcheinandergeratenen Gefühle ansehen konnte? Schnell erhob ich mich und wischte mir die Hände an der Serviette ab. „Also, wollen wir?“, trieb ich meinen Begleiter an.

Auch Payton hatte den Blick der Frau bemerkt, und im Gehen stichelte er: „Und ich hatte gedacht, die Zeiten, in denen hübsche Mädchen nur mit einer Anstandsdame ausgehen durften, wären längst vorüber.“

Wow, hatte er gerade gesagt, ich sei hübsch? Oh mein Gott! Dieser eine Satz, den er vermutlich noch nicht einmal ernst gemeint hatte, reichte aus, um meine mühsam hergestellte Lässigkeit zu zerstören. Schon wieder zitterten meine Knie, und mein Herz raste. Als er jetzt auch noch mit seiner himmlischen Stimme begann, mich auszufragen, fügte ich mich seufzend dem Gefühl, in einem tiefen Strudel wild und schutzlos im Kreis zu treiben. Ich hoffte, dass seine Wahrnehmung nicht besonders gut ausgeprägt war und ihm mein innerer Aufruhr entging. Payton runzelte leicht die Stirn, als er mein Seufzen hörte, doch dann drehte er mir den Rücken zu und ging voran.

„Also“, hakte er noch einmal nach, „was verschlägt dich nach Schottland?“

„Schüleraustausch. Ich versuche, meine Noten in Geografie und Geschichte zu verbessern. War ein Vorschlag meines Lehrers.“ Wieder hielt er mich mit einem langen Blick gefangen, so als prüfe er meine Worte auf deren Wahrheitsgehalt. Mir war dabei etwas unwohl. „Und du? Lebst du hier? Du kennst dich ja echt gut aus.“

„Hier in der Nähe.“

Seine Antworten waren immer sehr knapp und ermutigten nicht gerade, weitere Frage zu stellen. „Aber, wenn du aus der Gegend bist, warum kommst du dann hierher? Hier wimmelt es doch nur so von Aasgeiern mit Fotoapparaten?“

„Hm, ich weiß nicht. Sagen wir so, es zog mich magisch an. Und ich bin auch sehr froh, dass ich diesem Impuls gefolgt bin.“

Schon wieder so eine Anspielung! Doch, wenn Ryan so einen Baggerspruch gebracht hätte, dann hätte er am Ende des mit Berechnung hervorgebrachten Satzes scheu die Augen niedergeschlagen. Payton dagegen sah mich beinahe herausfordernd an, und die Härte in seinem Blick passte nicht zu der Sanftheit in seiner Stimme. So als saugte sein Blick die Wahrheit aus mir heraus, gestand ich: „Ja, ich bin auch froh, dass du deinem Impuls gefolgt bist.“

Schweigend setzten wir unseren Weg fort. Oh Mann, dieses doofe Medaillon. Beinahe unangenehm brannte es auf meiner Haut! Ich nahm mir vor, es von nun an einfach nicht mehr zu tragen. Da die Sonne bereits unterging, war von der angenehmen Wärme des Tages nicht mehr viel übrig. Trotzdem war mir nicht kalt, denn Paytons Nähe wärmte mich von innen. Die Zeit mit ihm verging wie im Flug. Wir redeten über Gott und die Welt. Payton berichtete mir von dem erbitterten Kampf um die Krone Englands und Schottlands. Dem Aufstand, der hier seinen Anfang genommen hatte und nur acht Monate später in der Schlacht von Culloden niedergeschlagen worden sei. Als die Schlacht verloren war, sei Charles vor den englischen Truppen geflohen und habe sich nahe der Stelle versteckt, an der er zuvor voller Hoffnungen gelandet war.

Wenn Payton so in seine Erzählung vertieft war, wirkte er nicht ganz so angespannt, wie wenn er sich direkt mit mir unterhielt. Doch die Leidenschaft, die in seinen Worten mitschwang, war so groß, als sähe er die Ereignisse direkt vor sich, oder, als hätte er gar selbst daran teilgenommen. Aber so waren ja alle Schotten. Ihre Geschichte war ihnen heilig.

Wir waren inzwischen schon so weit gegangen, dass wir die Straße und auch den Parkplatz des Shops weit hinter uns gelassen hatten. Das Viadukt spannte sich über das Tal, und Payton führte uns direkt unter dem beeindruckenden Bauwerk hindurch. Ein steiniger Bachlauf folgte dem Weg, und das leise Gurgeln und Rauschen des kristallklaren Wassers war wie Musik in meinen Ohren. Schmetterlinge flatterten in bunten Wolken um die gelb blühenden Uferpflanzen.

„Und über diese Brücke fährt also Harry Potter, wenn er nach Hogwarts muss?“

„Ja, Schottland bietet den großen Hollywoodbossen so manche beeindruckende Kulisse.“

„Es ist ja auch unglaublich schön hier. Ich glaube, ich könnte für immer hier bleiben.“

„Für immer? Weißt du eigentlich, wie lange das ist?“

Anscheinend sagte ich ständig etwas Falsches, denn ein dunkler Schatten legte sich über Paytons Gesicht, und er ließ mich auf dem befestigten Weg stehen. Er ging zwei Schritte in das Flussbett und setzte sich auf einen der großen Felsen, um seine Turnschuhe auszuziehen. Barfuß watete er in die Mitte des flachen Baches. Nach kurzem Zögern folgte ich ihm. Ich stellte meine Schuhe zu seinen und streckte meine Zehen langsam ins Wasser. Huh! Es war eiskalt!

„Oh Gott! Das ist ja schrecklich! Frierst du gar nicht?“, rief ich Payton hinterher. Er lächelte. Na immerhin! Ich musste wirklich verrückt sein! Mir hier Erfrierungen zu holen, nur damit mir ein fast Unbekannter ein Lächeln zuwarf! Also los! Entschlossen biss ich die Zähne zusammen und watete hinter Payton her. Die glitschigen Kiesel unter meinen Füßen boten kaum Halt, und ich sah schon vor mir, wie ich ausrutschte. Zum Glück setzte sich Payton auf einen der Felsen, die in der Flussmitte aufragten, und wartete nun darauf, dass ich mich zu ihm gesellte. Ich nahm Platz, zog meine Füße heran und krempelte die nasse Jeans hoch. Eisig klebte mir der Stoff an den Waden, und eine Gänsehaut überzog meinen ganzen Körper.

Es wurde nun langsam dunkel, und der Himmel hatte seine Farbe verändert. Das Leuchten des Sonnenuntergangs wandelte sich in ein warmes Lila. Nun zeichnete sich das Viadukt hell gegen den saphirblauen Horizont ab. Am Ufer zu unserer Rechten wuchsen Rhododendren, deren Blüten nicht mehr rosa leuchteten, sondern im Abendlicht einen geheimnisvollen Purpurton annahmen. Payton und ich saßen schweigend nebeneinander und genossen diesen einmaligen Moment. Grillen zirpten, und das kalte Wasser spülte silbern glänzend um unsere kleine Insel.

Nach einigen Minuten rutschte er etwas näher an mich heran. Sein Körper strahlte eine angenehme Wärme aus. Am liebsten hätte ich mich an ihn gekuschelt.

„Payton?“, flüsterte ich, um die Magie des Augenblicks nicht so abrupt zu beenden.

„Ja?“ Seine Stimme war sehr nahe an meinem Ohr, und sein heißer Atem strich mir über den Nacken.

„Ich fürchte, ich muss zurück zum Bus.“

„Ich fürchte, ich wusste, dass du das sagst.“

Doch keiner von uns erhob sich. Jeder wartete darauf, dass der andere den ersten Schritt tat.

„Es geht also mit dem Bus zurück?“

„Ja, leider. Ehrlich gesagt, würde ich gerne noch bleiben.“

Payton hob eine Augenbraue. „Ach ja? Ich kann dich auch fahren, wenn du willst.“

Er würde mich fahren? Wow! „Hm, das klingt gut, aber ich glaube, das geht nicht.“ Ich musste verrückt sein! Warum nahm ich sein Angebot nicht einfach an? Doch meine Vernunft schrie mir beinahe ins Ohr: „Bist du wahnsinnig? Du kennst ihn doch gar nicht! Er könnte auch ein geisteskranker Serienmörder sein!“ Aber es gab auch noch diese unvernünftige zweite Stimme in meinem Kopf, und die war da ganz anderer Meinung: „Hast du jemals zuvor einen Jungen getroffen, der dich so fasziniert hat? Du bist jung, tu doch einfach mal was Waghalsiges!“ Kurzerhand entschied ich mich dafür, einfach Alison um Erlaubnis zu fragen. Ich wählte ihre Nummer und wartete gespannt. Bestimmt würde sie es mir erlauben. Es klingelte lange, doch niemand nahm ab. Schließlich bat mich Roys Stimme, doch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen.

„Alison? Hi, hier ist Sam. Ich wollte dir nur sagen, dass ich nicht mit dem Bus nach Hause komme. Ich habe einen Bekannten getroffen, der mich später fährt. Macht euch keine Sorgen.“ Als ich das Handy zuklappte, pochte mir mein Herz bis zum Hals. Ich hatte mich entschieden. Ich wollte nicht, dass dieser Abend schon endete. Erst musste ich wissen, was mich an Payton so verzauberte. Mein ganzer Körper reagierte auf ihn. So etwas war mir noch nie passiert. Als ich Payton anschaute, stahl sich ein leichtes Lächeln in sein Gesicht.

„Schön! Dann haben wir es ja jetzt nicht mehr eilig, oder?“ Trotzdem stand er auf und bot mir seine Hand, damit ich den Weg zurück zum Ufer auch halbwegs trocken überstehen würde.

Sofort, als ich in das eisige Wasser stieg, fingen meine Zähne an zu klappern, und wir rannten zurück. Einmal wäre ich fast ausgerutscht, doch sein starker Griff hielt mich sicher umschlossen. Bibbernd zogen wir unsere Schuhe an und machten uns auf den Rückweg.

„Machst du das oft?“, fragte ich leise.

„Was denn?“

„Das hier.“

„Spazieren gehen?“

„Nein! Du weißt, was ich meine! Mit Mädchen rumhängen, die du eben erst kennengelernt hast?“ Nun war ich dankbar dafür, dass es schon beinahe dunkel war, denn die Unterhaltung war mir unangenehm, und bestimmt war ich rot im Gesicht.

„Nein, das mache ich sonst nie! Und du? Gehst du oft mit fremden Jungs mit?“

Verlegen schüttelte ich den Kopf. „Nein, eigentlich bin ich schüchtern und vernünftig.“

Payton war stehen geblieben und schaute mich an. „Hältst du es für vernünftig, bei mir zu sein?“ Seine Worte waren leise, beinahe geflüstert, und seine ganze Haltung wirkte sehr angespannt.

„Nein. Das ist sogar das Unvernünftigste, was ich je getan habe“, gestand ich. Ich suchte seinen Blick, aber er hatte das Gesicht abgewandt. Um die Stimmung wieder lockerer zu machen, scherzte ich: „Aber ich glaube nicht, dass ich in Gefahr bin. Du siehst nicht so aus, als hättest du in letzter Zeit besonders viele Menschen umgebracht.“

Sein Lachen kam hart und gepresst: „Nein, du hast recht. In letzter Zeit nicht.“ 

 
Besuche die Schauplätze von The Curse und finde mehr über Payton und Sams Welt heraus:

http://thecurse.de