Emilys Blog

Arte

Storyseller – Dokumentation auf Arte

Gestern war es also so weit: Die Ausstrahlung der Arte-Dokumentation, die 2013 u.a. in meiner Heimat, in den USA und auf der Buchmesse Frankfurt gedreht wurde, stand für 22.30 auf dem Sendetermin – ich fand, ich sah gut aus, oder? 🙂

Leider aber war die Berichterstattung  sehr einseitig und schien klar auf ein vordefiniertes Ziel ausgerichtet: Amazon als den bösen Monopolisten hinzustellen, der den Buchhandel und die Verlage mit aller Macht zerstören will. Das ist äußerst schade, denn ich weiß nicht, in wie vielen Szenen der Dreharbeiten ich mich ganz deutlich dazu geäußert habe, dass für mich Amazon KDP wohl der größte Glücksgriff meines Lebens war. Seien es meine Veröffentlichungen in Deutschland oder die Zusammenarbeit mit AmazonCrossing in den USA – bisher wurde ich von Amazons verlegerischer Arbeit nicht enttäuscht.

Der Aufhänger der Dokumentation – in die USA zu fliegen, um den dortigen Buchhandel zu analysieren – schien einzig und allein dem Zweck zu dienen, Amazons Verlagswesen zu diskreditieren. Dass Amazon aber auch ohne den stationären Buchhandel Millionen von Leser erreicht und damit mehr Marketingpotential und Vorteile für Autoren bieten kann, als irgendein Verlag sonst, wurde – natürlich – verschwiegen. All die positiven Erlebnisse auf meiner Reise, die Erfolge und völlig neuen Perspektiven, die sich mir bieten, bleiben vollkommen unerwähnt. Und dass die verlegerischen Aktivitäten des Onliners für den Buchhandel, für Literaturagenten und Verlage bedrohlich erscheinen, überrascht doch nicht wirklich, oder?

»Was ist mit den Autoren, deren Bücher keinen Massengeschmack treffen? Was mit den Lesern, die auch jene Bücher brauchen, die unbequem sind, aufwühlend, überraschend? Obwohl sie auf den Verkaufs-Rankings ganz unten stehen? Wird es sie noch geben, wenn ein Player wie Amazon den Vertrieb kontrolliert und dazu die Inhalte?«, lautet die Filmbeschreibung. Dazu von mir eine klare Antwort: Diese Bücher, die unbequem, aufwühlend, überraschend sind, hätten mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit bei einem klassischen Verlag keinerlei Chancen. Denn Verlage verlegen nicht nur, sie müssen verkaufen! Und dabei hilft es beim Verkaufen doch ganz erheblich, den Massengeschmack zu treffen, denke ich.

Egal ob Oliver Pötzsch, Agnés Martin-Lugand oder ich – vermutlich wäre keiner von uns da, wo er heute ist, hätte Amazon nicht die Möglichkeiten dafür geschaffen.

Ich habe mich sehr bewusst und aus voller Überzeugung dazu entschlossen, mein neues deutschsprachiges Buch Klang der Gezeiten mit Amazon Publishing zu veröffentlichen. Damit habe ich einen visionären Verlagspartner an meiner Seite, der flexibel auf die rasanten Veränderungen des Buchmarkts reagiert, und der mir äußerst faire Konditionen bietet.

Das alles wird in der Dokumentation ausgeblendet und ich finde, das kann und darf so nicht unkommentiert bleiben. Ich wurde als Suchender dargestellt – obwohl ich längst angekommen bin. Noch vor einigen Jahren hätte ich wohl jeden Verlagsvertrag ungelesen unterschrieben. Trotzdem habe ich bis heute etliche Verträge ausgeschlagen – weil ich – und ich liebe diesen Satz – alles kann, aber eben nichts muss.

Zu den Themen wie der Buchpreisbindung, der Qualität von Werken, dem »Untergang der Literatur« und der Zerstörung der Buchlandschaft will ich mich nicht weiter äußern. Dieser Beitrag der Frankfurter Rundschau findet in meinen Augen die richtigen Worte dafür.

Alles Liebe und schöne Ostern,
eure Storysellerin Emily

  • Danke Emily Bold, genau das waren meine Gedanken, als ich den Bericht gesehen habe. Du warst sehr sympathisch und hast genau das gesagt, was alle erfolgreichen Selfpublisher gesagt hätten. Aber das war genau die Art von Journalismus, den ich besonders „schätze“: die Redakteurin hatte eine bestimmte Tendenz im Kopf und hat den Film so drehen lassen, damit ihr Bild im Kopf bestätigt wurde. Um es mit den Worten dieser Frau zu beschreiben: Das ist Margarinejournalismus. Schmierig und billig.

    • Gerne, Nika.
      Danke für dein Feedback.
      Liebe Grüße <3

  • Detlev Zesny

    Wow, ja das sind genau die Gedanken, die ich auch hatte, als ich die Sendung gestern gesehen habe. Seit fast zehn Jahren arbeite ich an demselben Problem, nämlich dem Veröffentlichen meiner Werke. Hier greife ich noch auf Lulu.com zurück, was mir finanziell allerdings keine Vorteile bringt und nur durch Eigenwerbung an den Leser gebracht wird. Der gestrige Beitrag bei Arte und Ihre Art der Sicht auf die Dinge, hat mich dazu ermutigt, es auch bei amazon zu versuchen. Ich muss nicht, aber ich kann …
    Viele Grüße
    Detlev Zesny
    (Trollbär Lyrik Wabern)

    • Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

  • Pia Guttenson

    Danke liebe Emily, dass trifft den Nagel genau auf den Kopf! Wir kennen uns doch schon eine ganze Weile und haben oft miteinander über das Thema gesprochen. Ich habe mich jetzt auch vor kurzem dazu Entschlossen mit Amazon CP zu arbeiten und habe den direkten Vergleich. Ich bereue es nicht. Und bin dir immer noch Dankbar für so manches ehrliche Wort!

  • Matthias Jahn

    Vielen Dank für diese persönliche Klarstellung. Aus meiner Sicht mutiert Arte immer mehr zum Lobbysprachrohr, wieder ein „unabhängiger“ Kanal embedded, naja, ist nicht anders zu erwarten. Konzentrieren wir uns auf unsere Chancen als Selfpublisher und behandeln das Gejammer, wie es sich gebührt: Lächeln, abhaken und weitermachen.

  • Jörn

    Hallo Emily,

    ich habe mich während des Filmschauens auch ein wenig geärgert, vor allem, als Amazon als alleiniger Zerstörer des Buchhandels und die ach so tollen Verlage (die ja eigentlich auch nur wirtschaftlich denken) als die lieben Onkels von nebenan vorgestellt wurden. Bei Amazon ist sicherlich nicht alles toll! Aber das einseitige Bashing nervt gewaltig. Heute durfte ich wieder lernen, dass Amazon als einziger Anbieter bei eBooks ein Rückgaberecht gewährt (7 Tage) – das ist ein Grund, warum so viele Leute bei Amazon einkaufen. Es geht meist schnell und kundenfreundlich vonstatten, Probleme sind natürlich auch nicht ausgeschlossen. Lange Rede, kurzer Sinn: Amazon bietet beim Self Publishing eine kostenfreie und weitgehend risikolose Möglichkeit, sein eigenes eBook zu verkaufen – und wer erfolgreich ist, kann zwischen 30 und 70 Prozent pro eBook abstauben – meist rund 1 Euro, auch bei Margarinepreisen. Das soll erst einmal ein Verlag bieten. Und dass die Verlage jeden einzelnen Autor umwerben und vor allem nach außen für ihn groß Werbung machen und das volle Programm fahren, halte ich auch für ein Gerücht. Nun ja, das war’s 🙂 Frohe Ostern!

    LG Jörn

  • Sabine Landgraeber

    Liebe Emily, ich finde Du bist sehr gut „rüber gekommen“. Sehr sympathisch und authentisch. Vielen Dank für Deine weiteren Gedanken, aber für mich haben die auch schon in dem Bericht mitgeschwungen. Ich bewundere Deinen Erfolg und finde es großartig, dass Du das in einem Fernsehbericht geteilt hast. Weiter so!

    • Vielen Dank, liebe Sabine. Wer mich kennt weiß, dass ich in Amazons Möglichkeiten eine große Chance für Autoren sehe.

      Ich wünsche Dir schöne Ostern,
      liebe Grüße,
      Emily

  • Tom aka rigelt

    Liebe Emily. Unterschätze die Cleverness der Zuschauer und deine eigene positive Ausstrahlung nicht. Ich zappe einmal pro Jahr bei Arte rein und war gestern von der Sendung begeistert. Du bist als authentische, sympatische Persönlichkeit rübergekommen, der klassische Buchhandel als unbeweglich und limitiert. Bezüglich deiner neuen Perspektiven, der Erfolge und der positiven Erlebnisse deiner Reise? Ich habe mitgefiebert und mich sehr darüber gefreut, dass du den Kopf nicht hast hängen lassen. Amazon und auch du sind der Zeit etwas voraus, das werden die Sendungsmacher in ein paar Jahren etwas neutraler darstellen. Gratulation zum Auftritt in der Sendung und weiterhin viel Erfolg, Tom

  • Elke Becker

    Liebe Emily, ich fand dich im Beitrag sehr sympathisch und da ich deine Einstellung zu Amazon Publishing/Crossing, KDP aus unterschiedlichen Posts kenne, fand ich es sehr traurig zu sehen, wie vieles auf dem Schneidetisch rausgeschnitten wurde. Denn das war mir beim Ansehen gleich klar. So, wie es dargestellt wurde, war es einfach nicht richtig, auch bei den anderen Autoren nicht.
    Ich weiß ja auch, dass du deinen neuen Roman über Amazon Publishing herausbringst und das hättest du sicherlich nicht, wenn es nicht so laufen würde, wie du es dir vorgestellt hast. Und ja, wird sind bald Verlagskollegen, denn auch ich bin mit Amazon Publishing sehr zufrieden und war happy, als ich den Anruf bekam, sie hätten Interesse an meinen Romanen. Ich war gespannt, auf den Beitrag, weil es ja ARTE war und genau deswegen habe ich gehofft, der Beitrag würde nicht wieder ins gleiche Horn blasen, wie die vorangegangenen. Leider wurde ich enttäuscht.
    Die guten Verlage, die ihre Autoren langsam aufbauen … ja, wo sind die in den großen Konzernen denn noch? Das gehört doch auch schon fast ins Reich der Legenden. Wenn der erste Roman eines Autors im Verlagshaus nicht läuft, überlegt man sich auch dort, ob man den zweiten noch bringen soll. Und sollte der erste mäßig laufen, und der zweite nicht seine Verkaufszahlen aufweisen, dann wird es auch keinen dritten mehr geben. Was ist daran aufgebaut? Vielmehr ist es doch im Beitrag klar zu sehen gewesen, dass die Verlage gerne die erfolgreichen Selfpublisher in die Verlagsarme schließen. Wo bleibt denn dabei das angepriesene Verlagsrisiko? Der Autor hat sich und seine Leserschaft selbst aufgebaut und bringt dieses mit in den Verlag. Das Risiko tendiert auch dabei gegen null. Es sind eben Wirtschaftsunternehmen und auch sie müssen leben. Doch sollte man dann auch den Mund nicht mehr so voll nehmen, wenn man prinzipiell nicht anders agiert als der Amazon Verlag.
    Und es ist schön zu sehen, dass es auch unabhängige Zeitungen gibt, die sich mal anders zum „bösen Wolf“ melden. Ich habe den Zeitungsbericht jedenfalls mit Genuss gelesen.

  • Petra Schier

    Im Grunde hat sich die Berichterstattung doch selbst widerlegt: Es wurde geklagt, dass die Autoren von Büchern, die nicht dem Massengeschmack entsprechen und vielleicht sperrig und unbequem sind, durch Amazons Praktiken irgendwann nicht mehr sichtbar werden. Aber das, was der Bericht gezeigt hat, war ganz klar das Gegenteil. Sowohl du, liebe Emily, als auch die französische Kollegin seid beide zuerst einmal bei den Verlagen abgeschmettert worden. Du, weil du zwar Genreliteratur schreibst, diese aber angeblich hierzulande keine Leser findet. Die Französin, weil sie eben KEINE Genreliteratur schreibt, sondern eher ungewöhnlich. Der Weg über Amazon hat in beiden Fällen bewiesen, dass die Meinung der Verlage nicht stimmt. Und erst, als ihr erfolgreich wart, als bewiesen habt, dass ihr viele Leser glücklich machen könnt, sind eben diese Verlage aus ihren Löchern gekrochen.
    Ich schreibe in Verlagen und als Selfpublisherin und kann deshalb ganz genau einschätzen, wie einseitig diese TV-Sendung war. Midlistautoren wie ich, die pro Buch so um die 10000 bis 25000 Bücher verkaufen, kriegen marketingmäßig von einem Verlag … nada. Oder zumindest nur das Minimum an verfügbaren Mitteln. Mit Werbung überschüttet werden nur die A-Autoren, also diejenigen, die eh schon Bestsellerstatus haben. Alle anderen können sehen, wo sie bleiben und werden höchstens noch angespornt, sich doch bite möglichst selbst zu vermarkten.
    Ich habe viele Ideen, von denen ich genau weiß, das jeder Verlag abwinken würde. Also schreibe ich das, was bisher von mir schon relativ erfolgreich in Verlagen lief, dort weiter und mache alles, was man dort eben nicht will, in Eigenregie. Und wer hätte es gedacht: Es finden sich auch dafür Leser, und zwar in erfreulich steigender Zahl. 🙂

  • Pingback: Arte-Doku über Self Publisher erhitzt die Gemüter [Update] » lesen.net()

  • Pingback: translate or die | Aktuelles: Phantastische Netzstreifzüge 13()

  • Pingback: Selfpublishing: arte befeuert verzerrte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit | Literaturjournal()

  • Weder die Dokumentation noch irgendjemand sonst bestreitet, dass Amazon durch seine Publikationsformate vor allem das Selfpublishing ungeheuer gestärkt hat. Es wurde jedoch auch auf die Gefahren hingewiesen, sollte Amazon sein etwaige Monopolstellung weiterausbauen. Darunter werden nicht die großen Verlagshäuser leiden, sondern vor allem die Klein- und Indieverlage, die für die besondere Vielfalt der Literatur als Kulturgut dienen und die kleinen Buchhandlungen, die gegen das „Prime, Rating und Kauften auch“ schwer bestehen können. Es war absolut notwendig darauf hinzuweisen, dass Amazon für den Erfolg von Einzelnen einfach das richtige Rezept hat, insgesamt aber mehr Schaden anrichtet, wenn sich die Dinge weiter so entwickeln. Zum Glück machen sich bereits Alternativen sichtbar: http://www.buylocal.de beispielsweise versucht hier die Konsumenten zu sensibilisieren. Aber auch in der Verlagsszene passiert vieles: neue Verlagskonzepte werden vorgestellt, die eine „gesunde“ Alternative zum Monopol eines Einzelnen darstellen. Wir im http://www.kladdebuchverlag.de zum Beispiel versuchen durch Crowdpublishing Leserschaft und Autorenschaft stärken zu verbinden und so nicht mehr nur im Lektorat, sondern mit den Leserinnen und Lesern zu entscheiden, welche Bücher auf den Markt kommen. Dabei wird der lokale Buchhandel jedoch unterstützt und nicht zerstört. Die Vielfalt wird erhalten und junge/neue Talente, bekommen so die Chance zu publizieren. Dabei werden die Vorzüge aus Selfpublishung und Verlagsbetreuung verbunden. Es kommen also Alternativen, die ebenso Glücksgriffe darstellen.

  • Am lachhaftesten fand ich noch den Vergleich von Amazon mit Monsanto… P.S. Wir haben übrigens eines gemeinsam, liebe Emily Bold: Ich habe auch meine Elternzeit genutzt, um meinen Debütroman zu schreiben 😉

    • Monsanto lasse ich unkommentiert 😉 Wünsche Dir viel Erfolg mit deinem Roman und ein schönes Osterfest,

      liebe Grüße,
      Emily

  • Andrea Schneeberger

    Liebe Emily, deine Stellungnahme untermauert, was ich bereits vermutet hatte :-).
    Du bist, da kann ich mich den anderen hier nur anschließen, sympathisch rüber gekommen und wenn ich nicht schon einen Roman von dir gelesen hätte, dann hätte ich spätestens nach diesem Bericht sofort ein Buch geordert 😉
    Amazon ist für jeden Autor, der bei Verlagen abgewiesen wurde, eine Chance.
    Weiterhin viel Erfolg. Viele Grüsse aus der Schweiz.

    • Vielen lieben Dank für die Grüß <3
      Schöne Ostern!!

  • Berthold Knabe

    Das mit den Monsanto-Vergleich finde ich übertrieben. Aber sonst hat mir der Arte-Bericht gut gefallen. Vor allem du liebe Emily kamst sehr sympathisch rüber, und ich freue mich über dein Erfolg. Weiter so.

  • Berthold Knabe

    Hallo Emily, ich finde auch, dass du im Arte-Bericht sehr sympathisch rüber gekommen bist. Den Monsanto-Vergleich fand ich etwas übertrieben. Aber sonst hat mir die Sendung sehr gut gefallen, und ich überlege, mich mehr mit Amazon zu beschäftigen.
    Weiter so, und viel Erfolg. Schöne Grüße aus dem Süden und frohe Ostern.

  • Sabine Reifschneider

    Liebe Emily,
    ich habe – ich glaube: bei bildblog.de – den Hinweis auf diese Arte-Sendung mit Dir gefunden. Weil ich gar keinen Fernseher besitze, habe ich mir im Internet die Sendung über Dich, Deine KollegInnen und Amazon angeschaut. Und zwar inzwischen schon drei mal. Obwohl ich Dich natürlich nicht persönlich kenne (und bislang, mangels Kindle, auch noch keines Deiner eBooks), fand ich Dich in dieser Sendung sehr sympathisch, humorvoll, kompetent und, bei aller Bescheidenheit, auch sehr selbstbewusst.
    Ich muss ehrlich sagen, wie die Verleger und Verlagslektoren da die Moralkeule schwingen, empfand ich im Gegensatz dazu sofort als ziemlich heuchlerisch. Denn wie Du selbst (und auch schon einige andere Kommentatoren hier) mit Recht bemerkt hast: Sooo wahnsinnig edel und selbstlos, wie sie vorgeben, sind die Verlage im wirklichen Leben keineswegs. Sie fördern selbstverständlich nur solche Autoren, von denen sie sich gute Verkaufszahlen erhoffen – und klar, bei manchen verschätzen sie sich, es klappt nicht, Pech gehabt! Deren Bücher werden dann verramscht.
    Und an Amanda und Agnes sind ihre „echten“ Buchverlage, wenn ich das richtig deute, eben auch erst herangetreten, als sie ganz sicher waren, dass beide Autorinnen beim Publikum hervorragend ankommen. Das, meine ich, ist ja wohl keine Kunst…
    Für alle diejenigen unter uns, deren Manuskripte bislang wie Bumerangs zurückgekommen sind (meistens unkommentiert oder mit ein paar neutralen guten Wünschen, hin und wieder allerdings auch mit ziemlich gehässigen Anschreiben), bietet Amazon die erfreuliche Möglichkeit, einfach den Leser selbst entscheiden zu lassen, ob ihm der Inhalt gefällt. Das ist doch, finde ich, einfach eine großartige Chance.
    Ich hatte irgendwas über die Möglichkeiten des Self-Publishing bei Amazon zwar früher schon mal von einer meiner Freundinnen gehört. Doch natürlich ist es was ganz anderes, ob jemand Dir das nebenbei am Kaffeetisch erzählt oder ob Du es selbst auf dem Bildschirm sozusagen hautnah miterlebst. Und so sitze ich nun mit Herzklopfen und voller Hoffnung am Rechner und überarbeite nach Amazons Maßgaben meine Manuskripte, um sie nach ihrer Vollendung hochzuladen. (Das plane ich aber erst für die Zeit, nachdem ich mir selbst einen Kindle zugelegt und damit umzugehen gelernt habe – was anscheinend nicht so ganz einfach ist!).
    Ungeachtet aller amazonkritischen Untertöne der Sendung hat mich Dein Beispiel sehr ermutigt – auch wenn ich keine Romane (mehr) schreibe, sondern Sachbücher.
    Dafür danke ich Dir von ganzem Herzen. Es ist sozusagen unbezahlbar!
    Ich wünsche Dir zunächst noch ein schönes Osterfest mit Deiner Familie und im übrigen weiterhin viel Erfolg!
    Liebe Grüße
    Sabine Reifschneider

  • Das ist leider das traurige Ergebnis, wenn man sich Tendenzmedien ausliefert, die eigentlich nur zeigen wollen, dass der böse Riese den armen kleinen Buchhändler ignoriert. Was aber für den Autor, der ja von den Verlagen UND vom Buchhandel bislang ignoriert wurde, durch Amazons Inititative geleistet wird, das wird unter den Tisch gekehrt. Mich hat der ARTE-Beitrag in seiner Einseitigkeit geärgert.

  • Pingback: Arte-Sendung: Amazon–schöne neue Bücherwelt | Ebooks von Kerstin Rachfahl()

  • Daniel

    1. Ja, Sie sahen super aus – hübsch, natürlich, fröhlich, bodenständig.
    2. Auch mich hat die Sendung verwirrt, deshalb bin ich hier vorbeigesurft, um mich weiter zu informieren, und freue mich, dass sich hier viele Autoren ähnlich äußern. Gerade die Bücher, „die unbequem sind, aufwühlend, überraschend“ können auf einer internet-basierten Plattform ja risikoarm veröffentlicht werden und haben damit wenigstens die Chance, a) überhaupt gelesen und b) sogar populär zu werden, was ihnen bei einer Ablehnung durch einen klassischen Verlag von vornherein verwehrt bleibt, deshalb sehe ich die Angelegenheit hier eher positiv.
    Dass Amazon dadurch eine Monopolstellung erhält, ist die Schattenseite – allerdings gilt das für jedes Unternehmen, dessen Geschäftsidee schlicht und ergreifend gut ankommt -, und ja, auch mir tun die lokalen Händler leid, deren Geschäftsidee damit nicht mehr tragfähig wird.